Für die Landeshauptstadt Erfurt (204 000 Ew.) sollten Sie sich Zeit nehmen, denn die Dom-, Luther- und Blumenstadt ist eine Schönheit. Die teilweise noch aus dem Mittelalter stammende Altstadt, seit der Einheit wunderschön restauriert, mit einzigartigen Baudenkmälern verhalf Erfurt zu dem Beinamen »das Thüringische Rom«. Durch den Handel mit der blau färbenden Waidpflanze war Erfurt zu einer reichen und mächtigen Stadt geworden. Als Wahrzeichen gilt das gewaltige Bauensemble von Dom und Severikirche. Vom Domplatz sind alle weiteren Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen, darunter das Augustinerkloster, in das Martin Luther nach dem Studium an der Universität einzog, der Fischmarkt mit den wunderschön anzuschauenden Häusern »Zum breiten Herd« und »Zum roten Ochsen« sowie das Rathaus im neogotischen Stil.
Die Wasserkunst von 1895 (eine erhöhte Brunnenterrasse) verbindet das Wahrzeichen der Stadt, Schloss Friedenstein, mit dem lang gestreckten Markt. Alle Sehenswürdigkeiten von Gotha (50 000 Ew.) lassen sich zu Fuß erkunden. Die Stadt wurde ab 1785 durch die von Justus Perthes gegründete Geographische Anstalt und Verlagsbuchhandlung bekannt, in der neben Landkarten und Atlanten bis Anfang der 1940er-Jahre der »Gotha« erschien, der Katalog deutscher Adelsgeschlechter.
In Gotha gründete sich 1820 die erste deutsche Feuerversicherung und 1827 die erste deutsche Lebensversicherungsanstalt, deren Monumentalbauten in der Bahnhofstraße nicht zu übersehen sind. Das Haus Cosmarstr. 10 spielt in der Geschichte der SPD eine bedeutende Rolle: 1875 vereinten sich in ihm die Eisenacher und die Lassalleaner zur Sozialistischen Arbeiterpartei.
Die Geschichte von Weimar ist neben Goethe und Schiller mit weiteren großen Namen verbunden, so mit Martin Luther, der im 16. Jh. hier mehrfach predigte, mit Johann Sebastian Bach, der im 18. Jh. Hoforganist war, und mit Walter Gropius, der Anfang des 20. Jhs. das in Architektur und Design richtungweisende Bauhaus gründete. Weimar (62 000 Ew.) war 1999, zum 250. Geburtstag von Goethe, Kulturstadt Europas.
Das Goethehaus und weitere zehn Objekte des »klassischen Weimars« sowie die Bauhausstätten stehen als Welterbe auf der Liste der Unesco. Zahlreiche Gedenkstätten drängen sich auf engstem Raum in der Stadt.


