Wie die Engländer den Fünf-Uhr-Tee lieben die Sachsen ihr »Schälchn Heeßn« - zu fast jeder Tageszeit. Kein Wunder, schließlich erfand die Hausfrau Melitta Bentz 1908 in Dresden den Kaffeefilter. Stark muss es sein, das sächsische Nationalgetränk, »heeß« und »scheen sieße«. Dass die Sachsen aus Geiz nur »Bliemchengaffee« trinken, der so dünn ist, dass man das Blumendekor auf dem Tassenboden erkennt, ist ein - wenn auch hartnäckiges - Gerücht. Zum Kaffeekränzchen wird eine Bäbe (Napfkuchen) angeschnitten - und es darf »gediddschd« (eingetunkt) werden. Der Klassiker unter den Dresdner Kuchen ist die Eierschecke. Sie fehlt in keinem Kuchenbüfett. Unbedingt probieren sollten Sie auch die Quarkkeulchen mit Zimt und Zucker und in der Weihnachtszeit natürlich den berühmten Dresdner Stollen. Über dessen Qualität wacht im Interesse von rund 150 Bäckereien und Konditoreien aus dem Großraum Dresden der Stollen-Schutzverband.
Auf den Mittagstisch kommt in Dresden traditionell Deftiges: saftige Braten mit köstlichen Soßen und Kartoffeln. Der Renner unter den Eintöpfen ist die sächsische Kartoffelsuppe, meist mit Majoran, manchmal mit Kümmel, aber fast immer mit Wiener Würstchen. Dass die Dresdner zudem gern von Nachbars Teller naschen, verraten die Speisekarten: Hier finden sich böhmische Knödel, Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl aus der Lausitz oder erzgebirgische Glitscher. Wer es kulinarisch eher exotisch mag, kommt ebenfalls auf seine Kosten: Italiener, Griechen und Inder, Russen und Japaner haben an der Elbe ihre Zelte aufgeschlagen.
Wer vom Sightseeing eine Pause braucht, findet gleich rings um die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt - am Theaterplatz, in der Münzgasse und neuerdings auch in der Weißen Gasse - Gelegenheit, seinen Hunger zu stillen. Bei Gästen wie Dresdnern am beliebtesten sind die Lokale mit Elbblick - von Pillnitz bis Pieschen: Romantik bei Radeberger Pilsner und sächsischem Wein. Das gastronomische Zentrum Dresdens allerdings liegt in der Äußeren Neustadt. Die hat sich in den letzten 15 Jahren zu einem quirligen Szene- und Kneipenviertel entwickelt. In der Görlitzer, der Louisen- und der Alaunstraße trifft man Einheimische, Künstler und Lebenskünstler. Hier haben viele Küchen auch noch nach Mitternacht geöffnet und die Bars oft bis 5 Uhr in der Früh. Für den Morgen danach empfiehlt sich ein ausgiebiges Frühstück in einem der lauschigen Hinterhöfe.
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- Café Blumenau
Junges Publikum bei Cocktails und Kuchen. Beliebter Frühstückstreff. Louisenstr. 67
- Café Toscana
Torten, Kuchen und feine Pralinés, seit über 100 Jahren. Terrasse mit Blick aufs »Blaue Wunder«. Schillerplatz 7.
- Café Vis-à-Vis
Sächsische Gastfreundlichkeit und Wiener Kaffeehausatmosphäre. Freiplätze auf der Brühlschen Terrasse. Brühlsche Terrasse.
- Grand Café und Restaurant im Coselpalais
Exzellente Torten und Kuchen zu Füßen der Frauenkirche. Opulente Speisekarte. An der Frauenkirche 12 a
- Kreutzkamm
1825 am Altmarkt gegründet. 1945 zerstört, kehrte die Traditionskonditorei Mitte der 1990er-Jahre aus dem Münchner Exil zurück. Seestr. 6
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- Elbsegler
Schiff ahoi! Der maritime Biergarten unterhalb der Augustusbrücke hat den legendären Canaletto-Blick. Große Meißner Str. 15
- Fährgarten Johannstadt
Bratwurst und Bier mitten in den Elbwiesen. Eigener Bootsanlegesteg (bei km 53,4), Fähre zur Neustadt in Sichtweite. Käthe-Kollwitz-Ufer 23 b
- Torwirtschaft Großer Garten
Am Westtor zum Großen Garten gibt's gutbürgerliche Küche sowie Brezeln, Deftiges vom Grill und Livemusik im 800 Plätze großen Biergarten. Am 1. Mai Adlerschießen. Lennéstr. 11
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- Alte Meister
Tagsüber Museumscafé der gleichnamigen Galerie, abends stilvolles Restaurant mit kreativer internationaler Küche. Terrasse. Theaterplatz 1 a
- Drachen
Über drei Generationen wandelte sich der Familienbetrieb von einer Kneipe zu einem eleganten Restaurant mit gehobener Küche. Im Sommer Elbterrasse und Biergarten. Bautzner Str. 72
- Kahnaletto
Das Restaurant auf dem Theaterkahn überzeugt mit frischer mediterraner Küche. Bar im Schiffsrumpf. Terrassenufer/Augustusbrücke
- Lesage
Kreativ und experimentierfreudig präsentiert das Restaurant in der Gläsernen Manufaktur seine internationale Küche. Bar, im Sommer Terrassencafé. Sonntag Jazzbrunch. Lennéstr. 1
- New California
Modern gestyltes Restaurant in der Prisco-Passage. Frische Californian Cuisine, italienisch und mexikanisch beeinflusst, aber auch saftige Steaks. Exotic Brunch am Sonntag, wochentags Business Lunch. Wallgässchen 4
- Weber’s im Gewandhaus
Restaurant im Gewandhaus, direkt neben dem lichtdurchfluteten Atrium. Raffinierte internationale und sächsische Küche. Ringstr. 1
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- Ballhaus Watzke
Historisches Ballhaus. Restaurant, Biergarten mit Elbblick, eigene Brauerei, schöner Ballsaal. Kötzschenbroder Str. 1/Ecke Leipziger Str.
- Brauhaus am Waldschlösschen
»Erlebnisbrauerei« und Restaurant. Bierseminare und Livemusik. Im Sommer Biergarten mit phänomenaler Sicht auf Elbe und Stadt. Am Brauhaus 8 b
- Fischhaus Dresden
Mit seiner über 400-jährigen Geschichte eines der ältesten Dresdner Gasthäuser. Ein romantischer Platz, an dem altsächsische Küche auf moderne Cuisine trifft. Achtung: trotz des Namens kein Fischrestaurant! Fischhausstr. 14
- Italienisches Dörfchen
Wo einst die italienischen Bauarbeiter der Hofkirche lebten, entstand 1911-13 nach Entwürfen Hans Erlweins eine Gaststätte. Das Haus gegenüber der Semperoper ist fest in Touristenhand. Café, Weinzimmer, Biersaal, Kurfürstenzimmer, Ristorante Bellotto. Draußen Elbterrassen und Biergarten. Küche von deutsch-bürgerlich bis italienisch. Theaterplatz 3
- L’Art de Vie
Restaurant des Societaetstheaters. Salate, diverse Pasta und Gratins, aber auch Fisch und Fleisch. Sonnige Terrasse. An der Dreikönigskirche 1 a
- La Rue
Pittoreske Mischung: Bar mit Bibliothek, Restaurant »King David«, Salon »Blauer Engel«, Hofgarten. Gute jüdische und französische Küche. Görlitzer Str. 11
- Luisenhof
Die Aussicht vom »Balkon Dresdens« ist atemberaubend, die Plätze an den Fenstern und im Lindengarten sind entsprechend begehrt. Küche von sächsisch bis international, eigene Patisserie. Sonntagsbrunch (reservieren!). Bergbahnstr. 8
- Pulverturm
Dragonerschmaus und Henkersmahlzeit; liebliche Mägde und fesche Grenadiere servieren, Gaukler unterhalten. Bisweilen schaut August der Starke vorbei. An der Frauenkirche 12
- Scheunecafé
Szenelokal mit indischer Küche und Biergarten. Am Wochenende Frühstück, im Sommer auch draußen. Alaunstr. 36-40
- Villa Marie
Toskanische Villa vor der Kulisse aus Elbhang und »Blauem Wunder«. Besonders gut schmeckt der Lammrücken mit Rosmarinkartoffeln an einem lauen Sommerabend im Garten. Fährgässchen 1
- Zschoner Mühle
Ausflugslokal im lauschigen Zschonergrund mit Wassermühle, Mühlenmuseum und Kulturhof. Deftige Kost. Zschonergrund 2
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- BrennNessel
Restaurant im Umweltzentrum, unweit vom Zwinger. Salate, Suppen und Aufläufe, viel Vegetarisches. Klassiker: brennNessel-Suppe oder Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl. Schöner Hof. Schützengasse 18
- Dürüm Kebab Haus
Türkische Spezialitäten. Trubel auch noch nachts um 4 Uhr. Vor Döner und Falafel gibts Apfeltee. Rothenburger Str. 41
- Kümmelschänke
Ausflugslokal mit Töpferei, Spielplatz, Streuobstwiese und Tieren. Die Küche ist frisch und einfallsreich. Der Renner: provenzalische Kartoffeln. Kümmelschänkenweg 2
- Planwirtschaft
Szenekneipe der ersten Stunde. Café, Keller und Garten. Leckere Hausmannskost mit Ökozutaten. Täglich 9-15 Uhr Frühstücksbüfett, Louisenstr. 20
- Raskolnikoff
Internationale Gerichte aus allen Himmelsrichtungen. Neben Restaurant, Bar und Sommergarten gibt's eine Galerie und eine Pension. Böhmische Str. 34
- Wenzel Prager Bierstuben
Prager Schinken, Knoblauchsuppe, »Ertrunkene Würste« - hier steht die traditionelle böhmisch-tschechische Küche auf dem Speiseplan und das »Staropramen«-Pilsner auf dem Tisch. Königstr. 1
© Marco Polo