Die Nacht ist in Berlin nicht nur zum Schlafen da: tanzen bis in die Morgenstunden, stundenlang beim Bier am Tresen hocken, Konzerte oder Theatervorstellungen besuchen, ins Kino gehen - das macht Einheimischen wie Zugereisten Laune. Kein Wunder: Weltweit finden Nachtschwärmer kaum ein größeres Angebot an Clubs, Bars und Kulturhäusern als in Berlin. Über 200 Clubs, rund 30 Kabaretts und Varietés, über 130 Kinos sowie unzählige Kneipen und Bars machen sich Konkurrenz. Im Bezirk Mitte geizt das Bezirksamt in manchen Straßen bereits mit den Lizenzen für Bars und Clubs, um den Anwohnern einigermaßen geruhsame Nächte zu ermöglichen. Und jedes Jahr im Sommer tobt der Streit zwischen den Mietern über einer Kneipe und den Gästen derselben ob der Lärmbelästigung, die beim nächtlichen Palaver unter freiem Himmel entsteht. Bis jetzt haben sich in Berlin fast immer noch die Wirte durchgesetzt. Denn schließlich werden auch die müden Zeitgenossen mitunter munter. Und gehen dann um die Ecke ein Bier trinken.
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- Diener – Tattersaal
Die Wände sprechen Bände: Viele Stammgäste sind dort auf Fotos verewigt, u. a. Billy Wilder und Manfred Krug. Bis heute kehren hier Schauspieler und Lebenskünstler gern auf eine Molle oder eine Bulette ein. Aber auch unbekannte Gäste sind willkommen.
Charlottenburg, Grolmanstr. 47
- Gainsbourg
Im Stil einer American Bar gehaltene Heimstatt für die Charlottenburger Boheme, die sich hier an hervorragenden Cocktails labt und u. a. der Musik des französischen Namenspatrons lauscht. Schöne Terrasse.
Charlottenburg, Savignyplatz 5
- Harry`s New York Bar
Bar im Grandhotel Esplanade: Spitzen-Cocktails und vollendeter Service. In den roten Ledersesseln entspannen sich nicht nur Hotelgäste, sondern auch anspruchsvolle Berliner.
Tiergarten, Lützowufer 15
- Lemke
Das gemütliche Brauhaus im SBahnbogen bietet täglich vier verschiedene Biersorten und Deftiges vom Grill, etwa T-Bone-Steak oder Yakitori-Spieß. Im Sommer lockt der Biergarten.
Mitte, Dircksenstraße/S-Bahnbogen 143
- Newton
Die Aktfotos des 2004 verstorbenen Altmeisters Helmut Newton lenken von den gut gemixten Drinks ab. Neben Cocktails werden auch Austern und Schampus serviert. Im ersten Stock wartet eine Zigarrenlounge mit Humidor auf Genießer.
Mitte, Charlottenstr. 57
- Reingold
Bequeme Clubsessel, gedämpftes Licht und leichte Loungemusik helfen Businessmenschen aus den umliegenden Werbe- und IT-Unternehmen, bei einem Whisky oder Cocktail zu entspannen. Im Sommer lockt die Terrasse.
Mitte, Novalisstr. 11
- Restauration Sophien 11
Gemütliche Gaststätte mit lauschigem Innenhof, wo man sich bei Buletten und Bier zu moderaten Preisen entspannen kann. Und das gleich neben den Hackeschen Höfen!
Mitte, Sophienstr. 11
- Strandbar Mitte
Am Spreeufer treffen sich im Sommer Jung und Alt, um am Selbstbedienungsstand Cocktails, Kaffee oder Bier zu ordern und sich auf echtem Sand niederzulassen. Mai bis Sept. täglich ab 10 Uhr.
Mitte, Monbijoustr. 3
- Ständige Vertretung
Hier treffen sich Exil-Bonner Regierungsmitarbeiter auf ein Kölsch - oder auch auf drei. Eine der wenigen Orte, an denen in Berlin zünftig Karneval gefeiert wird. Exzellent: der Flammkuchen.
Mitte, Schiffbauerdamm 8
- The Old Emerald Isle
Guinness vom Fass und hausgemachte irische Spezialitäten wie z. B. brown bread wissen nicht nur Iren zu schätzen. Sonntags lädt Berlins beliebtester Pub zum Quiz ein. Tgl. ab 12, Küche bis 24 Uhr,
Kreuzberg, Erkelenzdamm 49
- Trompete
Schauspieler Ben Becker, der hier Hausherr ist, sorgt für ein abwechslungsreiches Drink- und Musikprogramm mit Liveauftritten aus dem Jazz- und House-Umfeld.
Tiergarten, Lützowplatz 9
- Victoria Bar
Bekannt durch Seminare, bei denen Gäste Drinks mixen lernen. Aber auch an normalen Abenden ist die Bar mit dem dezent schlichten Interieur und ihrem angenehmen Publikum aus Schöneberger Medienschaffenden und Geschäftsleuten eine Reise wert.
Schöneberg, Potsdamer Str. 102
- Weinbar Rutz
1000 verschiedene Weine lagern in den Wandregalen der modern gestylten Bar. Die Karte hat den Umfang eines Weltatlas, ein Sommelier hilft bei der Auswahl. Das Gleiche gilt bei den exquisiten internationalen Speisen.
Mitte, Chausseestr. 8
- Zur weissen Maus
Eine Wilmersdorfer Institution mit vielen ebenso trinkfesten wie liquiden Stammgästen. Die Otto-Dix-Werke an den Wänden hat gewiss schon mancher doppelt gesehen.
Wilmersdorf, Ludwigkirchplatz 12
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- 40 seconds
So lange braucht der Fahrstuhl in die Räume des Clubs mit Aussicht auf den Potsdamer Platz. Die gepflegte Lounge-Atmosphäre wird vor allem von Berliner Geschäftsleuten zwischen 30 und 50 goutiert.
Tiergarten, Potsdamer Str. 58
- A Trane
Der schlicht-modern gestylte Jazzclub bietet ein gutes Programm, und das täglich. Die Konzerte sind stets gut besucht; günstige Eintrittspreise, wenig verraucht.
Charlottenburg, Bleibtreustr. 1/Ecke Pestalozzistraße
- Adagio
Riesiger Nachtclub unter dem Spielcasino am Potsdamer Platz. In der verspielt barocken Atmosphäre mit fünf Bars und großer Tanzfläche kommt keine Langeweile auf.
Tiergarten, Marlene-Dietrich-Platz 1
- Berghain/Panoramabar
Beeindruckender Techno-Elektro-Club, der seine Fans mittlerweile in allen Teilen der Stadt hat. In einem stillgelegten Heizkraftwerk mit 18 m hohen Decken amüsieren sich Nachtschwärmer zwischen 20 und 40 Jahren auf zwei Floors und tanken an einer der vier Bars auf. Die Panoramabar bietet auch Kunst an den Wänden und chillige Atmosphäre.
Friedrichshain, Am Wriezener Bahnhof
- Big Eden
Seit einem Besitzerwechsel fällt die Disko mit einem kreativen Unterhaltungsprogramm angenehm auf. Kabarett, Feuerschlucker und Showtänzer heizen gemeinsam mit Mainstream-DJs gehörig ein.
Charlottenburg, Kurfürstendamm 202
- Club Apollo Saal
Mehrmals monatlich wackeln die Wände der Staatsoper, wenn angesagte DJs den Dirigentenstab übernehmen und im Apollo Saal der Staatsoper auflegen. Die Mischung aus Festsaal und Elektrosound ist ein Erlebnis.
Mitte, Unter den Linden 7
- Grüner Salon
Donnerstags ist im Seitenflügel der Volksbühne Tango Trumpf. Freitags spielt ein Orchester live zum Swing-Tanzen auf.
Mitte, Rosa-Luxemburg-Platz
- Hafenbar
Witziges Interieur mit Schiffstauen, Aquarien und jeder Menge Bullaugen. Tanzwütige zwischen 20 und 50 amüsieren sich bei Abba-Partys, Schlagerabenden und Rockmusik. Zum Abkühlen gibt's statt Meerwasser Cocktails und Korn.
Mitte, Chausseestr. 20
- Havanna
Tanzen auf mehreren Etagen. Salsa, Merengue, Bachata und Black Music haben jeweils eine eigene Area; die Tänzer können nach Belieben den Sound wechseln und sich mit eisgekühlten Drinks bei Laune halten.
Schöneberg, Hauptstr. 30
- Quasimodo
Traditioneller Jazzclub mit Konzerten bekannter Musiker, wie etwa Jasper van't Hof. Die rauchgeschwängerte Luft ist nur etwas für abgehärtete Gäste.
Charlottenburg, Kantstr. 12 a
- Water-Gate
Letzte Tanzstelle vor der Spree. Mit einem tollen Blick aufs Wasser und die Oberbaumbrücke amüsieren sich gut verdienende 25- bis 40-jährige Hauptstädter bei Drum 'n' Bass und Soulrhythmen in modern gestyltem Ambiente.
Kreuzberg, Falckensteinstr. 49
- Week-End
Tanzen im 12. Stock des ehemaligen »Haus des Reisens« der DDR. Den Alexanderplatz zu Füßen amüsieren sich Freunde von House-Music zwischen 20 und 40. Die Ausstattung der Location ist sachlich, der Service gepflegt.
Mitte, Alexanderplatz 5
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- Bar jeder Vernunft
Allein das prachtvolle Spiegelzelt im Original-Jugendstil ist schon einen Besuch wert. Doch auch das originelle Programm mit Stars der Chanson- und Comedy-Szene, u. a. Max Raabe oder den Geschwistern Pfister, hat es in sich. Zum (Klein-) Kunstgenuss darf gepflegt gegessen werden.
Wilmersdorf, Schaperstr. 24
- Die Distel
Mehr als 50 Jahre altes Etablissement, das zu Mauerzeiten die Kunst, versteckte Kritik am DDR-System zu üben, meisterhaft beherrschte. Heute steht eher der Kapitalismus im Schussfeld, dies aber äußerst unterhaltsam.
Mitte, Friedrichstr. 101
- Stachelschweine
West-Berliner Institution mit politischem Kabarett voller Witz und Esprit.
Charlottenburg, Tauentzienstraße (Europa-Center)
- UFA-Fabrik
Die ganze Vielfalt der Off-Kultur auf dem ehemaligen Grundstück der Filmfirma UFA: Kinderzirkus zum Mitmachen, Kabarett und Varieté.
Tempelhof, Viktoriastr. 13
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- Rund 300 Kinosäle unterschiedlichster Größe bestechen durch ein vielfältiges Angebot. Das aktuelle Programm in den einzelnen Häusern (inklusive Adressen) ist u. a. in den Berliner Programmzeitschriften »Zitty« und »tip« verzeichnet.
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- Deutsche Oper
Einst die West-Berliner Antwort auf die im Ostteil der Stadt verbliebene Staatsoper. Heute ein Haus mit Hang zu eigenwilligen Interpretationen klassischer Stücke.
Charlottenburg, Bismarckstr. 35
- Friedrichstadtpalast
Deutschlands einziges und Europas größtes Revuetheater mit jeder Menge Glamour, Beine schwingenden Tänzerinnen und unterhaltsamen Showeinlagen.
Mitte, Friedrichstr. 107
- Hebbeltheater
Avantgardistisches Tanztheater aus aller Welt wird hier von einem treuen Publikum bejubelt, und das in einem klassizistischen Theaterinterieur. Puristischer ist das Ambiente in der Außenstelle Hebbel am Ufer um die Ecke.
Kreuzberg, Stresemannstr. 29
- Konzerthaus am Gendarmenmarkt
In dem 1818-21 unter Schinkels Regie erbauten Schauspielhaus musiziert heute vor allem das Berliner Sinfonie-Orchester. Die Akustik ist allerdings nicht auf allen Plätzen befriedigend.
Mitte, Am Gendarmenmarkt
- Neuköllner Oper
Ein vergleichsweise kleines Haus mit witzigen Darbietungen und ungewöhnlichen Blickwinkeln auf die Kunst des Singspiels. Eine echte Off-Oper.
Neukölln, Karl-Marx-Str. 131
- Philharmonie
Hier sind die weltberühmten Berliner Philharmoniker unter ihrem derzeitigen Chefdirigenten Simon Rattle beheimatet. Die Akustik in dem seinerzeit als »Zirkus Karajani« belächelten Bau des Architekten Hans Scharoun gilt als überragend.
Tiergarten, Matthäikirchstr. 1
- Staatsoper Unter den Linden
Ein bisschen marode wirkt das prächtige Interieur von Berlins ältestem Opernhaus, weshalb demnächst auch eine Generalsanierung ansteht. Der Spielbetrieb unter Generalmusikdirektor Daniel Barenboim soll aber weiterlaufen.
Mitte, Unter den Linden 7
- Theater am Potsdamer Platz
Musicaltheater, in dem zur Zeit »Blue Man Group« läuft. Das Publikum kommt oft in Gruppen, Tickets gibt es meist noch an der Abendkasse.
Mitte, Marlene-Dietrich-Platz 1
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Berliner Theaterszene
Als Zentrum renommierter Sprechbühnen kann sich Berlin international sehen lassen: Das Berliner Ensemble, die Volks- und die Schaubühne erregen mit ihren Produktionen immer wieder Aufsehen. Wer es als Schauspieler oder Regisseur hier schafft, hat den Zenit der Theaterlandschaft erreicht.
- Berliner Ensemble
Einstige Wirkstätte Bertolt Brechts. Seine Stücke spielen hier immer noch eine große Rolle, wenngleich das Ensemble mittlerweile auch andere Dramatiker im Repertoire hat. Beliebt und daher häufig ausgebucht.
Mitte, Bertolt-Brecht-Platz 1
- Deutsches Theater
Unter der Leitung des großen Max Reinhardt vor fast 100 Jahren das berühmteste aller Theater Deutschlands. Heute versucht man an die ruhmreichen Zeiten wieder anzuknüpfen. Dramen von Goethe, Schiller und Hauptmann gehören zum Repertoire.
Mitte, Schumannstr. 13 a
- Maxim Gorki Theater
Ambitionierte Stücke von jungen Autoren bis zu Klassikern wie Gorkis »Nachtasyl«. Das hochmotivierte Ensemble spielt nicht nur russische Dramatik.
Mitte, Am Festungsgraben 2
- Schaubühne
Das Ensemble der einst legendären Schaubühne, die unter Peter Stein zum Kult wurde, macht derzeit mit zeitkritischen, unkonventionellen Stücken der Volksbühne Konkurrenz. Junges Theater für ein jung gebliebenes Publikum.
Wilmersdorf, Kurfürstendamm 153
- Sophiensäle
Die Ausstattung ist rudimentär, der kreative Geist des denkmalgeschützten Hauses dafür umso reicher. Wie mit wenigen Mitteln unter die Haut gehende Dramen inszeniert werden, ist beeindruckend. Auch international hat das Theater schon Beachtung gefunden.
Mitte, Sophienstr. 18
- Volksbühne
Kultregisseure wie Frank Castorf und Christoph Schlingensief provozieren auf der Bühne mit unkonventionellen Inszenierungen.
Mitte, Rosa-Luxemburg-Platz
© Marco Polo